Feinstaub von Druckern und Aktenvernichtern: möglicherweise gesundheitsschädlich

Viele Menschen verbringen mehr als ein Drittel ihres Tages berufsbedingt in Innenräumen wie Büros, Labors oder Fertigungshallen. Die allermeisten haben dort mindestens mit einem Drucker zu tun. Eine Studie beschäftigt sich mit dem Feinstaub, den Drucker und Papierschredder freisetzen.

Auf den ersten Blick sind Schreibtische ziemlich sichere Arbeitsplätze. Erst im vergangenen Jahrzehnt hat sich die Arbeitsmedizin eingehender auch mit Luftqualität, Geräuschen und Gerüchen in Büros beschäftigt – und unter anderem herausgefunden, dass Büroluft durchaus gesundheitsgefährdende Eigenschaften haben kann. Im Fokus der Forschung stehen vor allem feinste Partikel, die von Laserdruckern und Aktenvernichtern freigesetzt werden. Eine US-Studie hat diese jetzt genauer unter die Lupe genommen.

Sowohl beim Drucken als auch beim Schreddern mit den Testgeräten wurden erhebliche Mengen Partikel freigesetzt. Beim Druckprozess entstanden vor allem Partikel mit einer Größe unter 300 nm
in Form von Metallgranulat und Grafit. Sie enthielten verschiedene Elemente, darunter Al, Ca, Cu, Fe, Mg, N, K, P, S und Si. Bei der Papierzerkleinerung wurden in erster Linie Nanopartikel freigesetzt mit einer Spitzengröße zwischen 27,4 nm und 36,5 nm. Diese Papierpartikel enthielten Al, Br, Ca, Cl, Cr, Cu, Fe, Mg, N, Na, Ni, P, S und Si.

Jede Menge potenziell gesundheitsgefährdender Elemente, größtenteils Metalle. Im zweiten Teil des Versuchs exponierte das Team Zellkulturen bronchialer Epithelzellen (BEAS2B und HBE1) gegen die Partikel. Anders als in vorangegangenen Studien zeigten sich hierbei keine eindeutigen zytotoxischen Effekte. Das schließt aber nicht aus, dass menschliche Organismen ganz anders reagieren, warnen die Autorinnen und Autoren. In vivo könnten unter anderem die individuelle Empfänglichkeit und eventuelle Vorerkrankungen eine Rolle dafür spielen, wie der Körper reagiert. Für die meisten der Metalle sind gesundheitliche Schäden nach exzessiver Exposition belegt.

Unabhängig davon seien die beim Papierschreddern freigesetzten nanometergroßen Partikel in jedem Fall bedenklich, weil sie sich nach dem Einatmen im Alveolarbereich ablagern und möglicherweise in die Blutbahn übergehen.

Quellen

Shin N, Velmurugan K, Su C, Bauer AK, Tsai CSJ: Assessment of fine particles released during paper
printing and shredding processes. Environ Sci Process Impacts 2019; 21: 1342–1352

NP-DE-MLV-BRFS-190009, Dez19