Zur Luftqualität in Innenräumen gibt es zahlreiche Studien. Gerüche werden dabei allerdings meist nicht berücksichtigt. Eine Studie des IPA und des IFA holt das jetzt nach.

Es gibt verschiedene Gründe für dicke Luft in Büros und anderen Innenarbeitsräumen. Der wahrscheinlich wichtigste: wir selbst. Ein ruhig arbeitender Erwachsener atmet pro Stunde etwa 20 Liter CO2 aus. Arbeiten mehrere Menschen im selben Raum, können CO2-Konzentrationen zusammenkommen, die müde und unkonzentriert machen – wenn nicht ab und zu gelüftet wird. Empfinden Mitarbeiter die Luft als stickig, liegt meist ein Lüftungsproblem vor. Nach Umbau- oder Renovierungsmaßnahmen (oder in Neubauten) können aber auch Emissionen aus den verwendeten Materialien Gerüche hervorrufen – und gesundheitliche Beschwerden.

Eine Studie des Instituts für Prävention und Arbeitsmedizin (IPA) und des Instituts für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) hat sich jetzt erstmals gezielt den Gerüchen in Innenräumen gewidmet. 122 Beschäftigte in Büroräumen an verschiedenen Standorten der DGUV füllten Fragebögen zur subjektiv wahrgenommenen Luftqualität an ihrem Arbeitsplatz aus, parallel wurden wiederholt Innenraummessungen durchgeführt.

Die Hälfte der Befragten (60 Personen) gab an, Gerüche wahrzunehmen, die sie meist als „stickig/muffig“ oder als „abgestandene Luft“ beschrieben. Einige Kommentare wiesen darauf hin, dass die Luftqualität durch Fensterlüftung verbessert werden kann. Häufigste geäußerte Beschwerde war Müdigkeit. Die Innenraummessungen fanden keine auffälligen Schadstoffbelastungen außer erhöhten CO2-Werten – passend zur beschriebenen Luftqualität und den Beschwerden.

Nach Ende dieser Vorstudie ist eine Hauptstudie geplant, die voraussichtlich Ende 2018 abgeschlossen sein wird. Auch wenn die bisherigen Ergebnisse keinen Anspruch auf Repräsentativität erheben, weisen sie darauf hin, dass schon häufiges Lüften die Raumluft (nicht nur) am Arbeitsplatz erheblich verbessern kann.

Quelle
Sucker K, Peters S, Giesen Y: IPA/IFA-Projekt: Wirkung und Bewertung von Gerüchen an Innenraumarbeitsplätzen. Gefahrstoffe – Reinhaltung der Luft 2017; 77: 371–377

DE/ENG/0001/18, Jan18