Besonders für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind flexible Arbeitszeiten offenbar hilfreicher als Teilzeit, stellt das aktuelle iga-Barometer fest.

Arbeiten, wann es gut passt – für viele Beschäftigte ist das ein Traum, und für zahlreiche Jobs sind solche Bedingungen auch kaum vorstellbar. Es gibt aber Tätigkeiten, für die das möglich ist – und für gar nicht so wenige Menschen sind flexible Arbeitszeiten heute schon Realität. Zum Glück, lässt das aktuelle iga-Barometer vermuten, denn die Erwerbstätigen sind größtenteils sehr zufrieden mit solchen Modellen.

Das Barometer der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) wird alle drei Jahre erhoben. Kürzlich wurden die Ergebnisse der Befragung 2016 unter 2000 Angestellten, Beamten und Selbstständigen veröffentlicht. Sie zeigen: Wer arbeitet, mag Spielräume – in der Gestaltung der Arbeit und auch bei den Arbeitszeiten.

64 % der Befragten mit flexiblen Arbeitszeiten gaben an, sie könnten so Berufliches und Privates eher miteinander vereinbaren. Ohne Möglichkeit flexibler Arbeitszeiten sind es bei Vollzeitbeschäftigten nur 45 %, und auch unter Teilzeitbeschäftigten nur 47 %. Wissenschaftliche Studien bestätigen: Eine gute Vereinbarkeit von Arbeit und Familienleben kann zur Gesundheit von Beschäftigten beitragen. So können Ruhezeiten eingehalten werden und eine Arbeitszeit von 8 Stunden täglich wird nicht regelmäßig überschritten.

Wie oft flexibles Arbeiten möglich ist, ist von Branche zu Branche sehr unterschiedlich. Im Finanz- und Versicherungssektor und in der öffentlichen Verwaltung konnten drei Viertel der Befragten flexible Arbeitszeitmodelle nutzen, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Bildungsbereich sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe sind es hingegen kaum ein Drittel. Von den möglichen Modellen wird am häufigsten Gleitzeit angewendet. Vertrauensarbeitszeit und Home-Office finden deutlich seltener Anwendung.

Quelle
Brodersen S, Lück P: iga.Barometer 2016: Erwerbstätigenbefragung zum Stellenwert der Arbeit. iga.Report 36, November 2017

DE/ENG/0001/18b, Mär18