Stimmbandknötchen, chronische Heiserkeit: Stimmprobleme sind in vielen Berufen ein großes Problem. Für das Screening hat sich in einer polnischen Studie der V-RQOL bewährt.

Beruflich bedingte Stimmstörungen haben in den vergangenen Jahrzehnten vermehrt Aufmerksamkeit erfahren. Ihre Diagnose stellt Klinik und Forschung allerdings immer noch vor Herausforderungen – erst recht, wenn zusätzlich zur stimmlichen Beeinträchtigung deren Auswirkungen auf die Lebensqualität in die Beurteilung einbezogen werden soll.

Mehrere Fragebögen zur Selbsteinschätzung wurden entwickelt, darunter die zurzeit am meisten verwendeten Voice Handicap Index (VHI), Voice Symptom Scale (VoiSS) und Voice Related Quality of Life (V-RQOL). Letzteren hat eine polnische Arbeitsgruppe jetzt auf Praxistauglichkeit getestet.

Die 284 Studienteilnehmer wurden in drei Gruppen eingeteilt: Berufssprecher mit bestätigter Stimmstörung, unrandomisierte Berufssprecher mit und ohne Stimmprobleme sowie eine Kontrollgruppe ohne Stimmprobleme. Ihre Selbsteinschätzung im V-RQOL wurde verglichen mit dem Wert auf dem VHI.

Dabei schnitt der V-RQOL gut ab – mit vergleichbaren Werten wie auf dem VHI und hoher diagnostischer Genauigkeit. Studienteilnehmer mit Stimmstörungen hatten signifikant schlechtere Werte als jene ohne Stimmprobleme. Als Cut-off bewährte sich ein Wert von 79.

Da V-RQOL und VHI als Screeninginstrumente ähnlich gut funktionierten, könnte nach Ansicht der Autoren der mit 10 Fragen deutlich schlankere V-RQOL den VHI (mit 30 Items) in der Praxis ersetzen.

Quelle
Morawska J, Niebudek-Bogusz E, Wiktorowicz J, Śliwińska-Kowalska M: Screening value of V-RQOL in the evaluation of occupational voice disorders. Med Pr 2018; 69: 119–128

DE/ENG/0001/18g, Jul18