MRT, Monitore, Elektrochirurgie … Beschäftigte im Gesundheitswesen sind zahlreichen Quellen elektromagnetischer Felder ausgesetzt. Die Stärke überschreitet nicht selten die EU-Grenzwerte.

Elektromagnetische Felder werden nach ihrer Frequenz in zwei Kategorien eingeteilt:

  • Statische und niederfrequente Felder (0 bis 100 kHz) können Sinnesorgane, Nerven und Muskeln stimulieren – und so zum Beispiel Gleichgewichtsstörungen, Kribbeln, Schmerzen oder Muskelkontraktionen hervorrufen. In der Medizin sind die stärksten Quellen Geräte zur magnetischen Stimulation von Gehirn, Nerven und Muskeln. Herzmonitore oder Zahnarztbohrer verursachen weniger starke Felder.
  • Hochfrequente Felder (100 kHz bis 300 GHz) können, wenn sie stark genug sind, Gewebe erwärmen und schädigen. In der Medizin entstehen sie zum Beispiel bei der Elektrochirurgie und Ablation.

Eine besondere Stellung nimmt das MRT ein. Beschäftigte sind hier vier verschiedenen Arten elektromagnetischer Felder ausgesetzt: statischen Feldern, elektrischen Feldern und Strom,
wechselnden Gradientenfeldern sowie Radiofrequenzfeldern.

Grenzwerte der EU für Arbeitsplätze orientieren sich an Vorgaben der International Commission for Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP). Ein Literaturreview hat die jeweils stärksten Werte für medizinische Geräte in den Publikationen mit diesen Grenzwerten verglichen.

Im Niedrigfrequenz-Bereich, so fand es, können vor allem in MRT-Gradientenfeldern und bei Bewegung in statischen Feldern des MRTs hohe Belastungen auftreten. In der Nähe von Diathermie-, Elektrochirurgie- und Hyperthermie-Geräten und in MRT-Scannern können die Grenzwerte für Radiofrequenzfelder überschritten werden. MRTs können außerdem starke innere elektrische Felder verursachen. Neuere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Wirkungen starker elektromagnetischer Felder aus MRT-Geräten über die akuten Effekte hinausgehen und ein erhöhtes Unfallrisiko bedingen können.

Die EU-Direktive erlaubt die Überschreitung der Grenzwerte beim Gebrauch von MRTs, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden, darunter der Schutz der Beschäftigten vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Exposition zu verringern. So sollten Bewegungen (etwa Gehen) in statischen Feldern vermieden werden, und ein möglichst großer Abstand zu den Geräten sollte eingehalten werden.

Niederfrequente magnetische Stimulation durch Diathermie-, Hyperthermie- oder elektrochirurgische Geräte kann verringert werden, indem die Spule auf einem Schwenkarm in der Nähe des Patienten platziert wird und das Personal Abstand hält – oder ein Metallschild zwischen Spule und Personal dieses abschirmt.

Mit weiter fortschreitender Anwendung technischer Geräte wird die Exposition der Beschäftigten vermutlich noch weiter steigen. Mögliche Auswirkungen sollten auch bei neuen Techniken unbedingt im Auge behalten werden.

Quellen
Stam R, Yamaguchi-Sekino S: Occupational exposure to electromagnetic fields from medical sources. Ind Health 2018; 56: 96–105

DE/ENG/0001/18j, Okt18