Die Ziegelherstellung von Hand ist ein harter Job. Belege dafür gibt es bereits in der Bibel. Im Buch Exodus werden auch seelische Folgen beschrieben

Den feuchten Ton transportieren, Verunreinigungen heraussammeln, mit geschnittenem Stroh und Wasser vermischen, die Masse mit den Füßen vermengen, dann in eine Form drücken oder mit der Hand Ziegel formen. Diese in der sengenden Sonne trocknen lassen und später im Ofen brennen.

Ziegelherstellung, wie sie hier beschrieben wird, ist ein Knochenjob. Auch heute noch werden Ziegel an vielen Orten in der Welt so oder so ähnlich hergestellt. Zu Zeiten der alten Ägypter gab es kaum eine andere Möglichkeit. Der Internist und Theologe Elias E. Mazopakis weist darauf hin, dass schon in der Bibel geschildert wird, unter welchen Bedingungen diese harte Arbeit geleistet wurde.

Während Herodot körperliche Gefahren der Arbeit beschreibt, denen die ägyptischen Arbeiter ausgesetzt waren, wie Unfälle und Schlangenbisse, werden im Buch Exodus der Bibel neben den großen körperlichen Belastungen der israelitischen Sklaven auch ihre seelischen Herausforderungen durch die Arbeit beschrieben. Steigende Anforderungen, Nichtbeachtung von Beschwerden, fehlende Anerkennung und das Gefühl von Ungerechtigkeit sowie eine feindselige Arbeitsumgebung zählten zu den Stressfaktoren, die die Israeliten unter der ägyptischen Herrschaft zu erdulden hatten.

„Und Mose redete also zu den Kindern Israel; aber sie hörten nicht auf Mose vor Ungeduld und vor hartem Dienste“, heißt es im Buch Exodus (6: 9). „Dieser Satz zeigt die Rolle von arbeitsbedingtem Stress als Einflussfaktor für Depression an, den die medizinische Literatur bestätigt“, kommentiert Mazopakis. Diese biblische Geschichte über die arbeitsbezogene Unterdrückung sei damit ein medizinischer Bericht über arbeitsbedingten Stress in der Geschichte der Arbeitsmedizin.

Quellen
Mazokopakis EE: Occupational safety and health among brick workers in the Old Testament (Pentateuch). Ann Glob Health 2019; 85: 65, 1-2

NP-DE-MLV-BRFS-190004, Jun19