Unter welchen Voraussetzungen kann COVID-19 eine Berufskrankheit sein?

Bestimmte Berufsgruppen haben ein erhöhtes Risiko, sich bei ihrer Tätigkeit mit SARS-CoV-2 zu infizieren und an COVID-19 zu erkranken. Dann kann COVID-19 eine Berufskrankheit sein und als solche von den Berufsgenossenschaften anerkannt werden. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) und die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) haben aufgelistet, welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen:

  • Kontakt mit SARS-CoV-2-infizierten Personen im Rahmen der beruflichen Tätigkeit
  • relevante Krankheitserscheinungen (zum Beispiel Fieber und Husten)
  • positiver Nachweis des Virus durch einen PCR-Test

Betroffen sein können vor allem Menschen, die im medizinischen Bereich arbeiten, etwa in Krankenhäusern, Arzt- oder Zahnarztpraxen, Pflegeeinrichtungen oder Laboratorien. Bei welcher Tätigkeit der Kontakt stattgefunden hat, muss in der Verdachtsanzeige angegeben werden.

Wichtig: Wurde während der Arbeit keine ausreichende persönliche Schutzausrüstung (PSA) getragen (etwa, weil es Engpässe bei der Versorgung gab), spielt das für den Versicherungsschutz keine Rolle – entscheidend ist allein, ob die Erkrankung durch die Tätigkeit verursacht wurde.

Hatten Beschäftigte im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit Kontakt zu Personen, die (möglicherweise) mit SARS-CoV-2 infiziert waren, und treten innerhalb der Inkubationszeit COVID-19-Symptome auf, übernimmt der Unfallversicherungsträger auch die Kosten für einen Erregernachweis mittels PCR.

Als direkter Kontakt gelten insbesondere

    • pflegerische Tätigkeiten an der Indexperson
    • körperliche Untersuchungen der Indexperson
    • Umgang mit Atemwegssekreten oder anderen Körperflüssigkeiten der Indexperson

In die Liste der Berufskrankheiten wurde eine COVID-19-Infektion mit Virusnachweis unter den infektiösen Erkrankungen (BK 3101) mit der Nummer U07.1! aufgenommen. Nähere Information zur BK 3101 gibt es hier – dort finden Sie auch das Formular für die Berufskrankheiten-Verdachtsanzeige.

Weitere Infos für Unternehmen und Beschäftigte im Gesundheitsdienst bietet die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hier.

Quellen
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI): Corona-Virus (SARS-CoV-2): COVID-19 als Berufskrankheit – Informationen für Beschäftigte im Gesundheitswesen. DGUV (Hrsg.), 4.6.2020

NP-DE-MLV-BRFS-200003, Jun20