Die Zahl der Hautkrebserkrankungen infolge beruflich bedingter UV-Exposition nimmt zu. Neue Apps sollen helfen, die Exposition richtig einzuschätzen und sich entsprechend zu schützen.

Heller Hautkrebs war 2017 die dritthäufigste bestätigte Berufskrankheit – gegen den allgemeinen Trend nahm die Zahl der Betroffenen sogar noch zu. Bündelt man die anerkannten Berufskrankheiten in Gruppen, liegt Hautkrebs infolge UV-Strahlung auf dem dritten Platz (hinter nicht-malignen Hauterkrankungen und Lärmschwerhörigkeit).

Das Projekt Genesis-UV des Instituts für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sammelt seit einigen Jahren Daten zur UV-Belastung bei Tätigkeiten in Außenbereichen – und stellt fest: Das Thema betrifft sehr viel mehr Berufe, als man auf den ersten Blick annimmt. So kommen zum Beispiel auch Energieanlagenbauer und Betriebsschlosser auf viele Sonnenstunden.

Schutz vor der Sonne bieten Beschattungen des Arbeitsbereichs und organisatorische Maßnahmen (wie die Verlegung der Arbeiten in Zeiten nicht so intensiver Sonneneinstrahlung). Diese sind aber nicht immer möglich. Deshalb ist vor allem wichtig, Haut und Kopf durch entsprechende Kleidung und Sonnenbrillen vor der Sonne zu schützen.

Die App „Bauwetter“ gibt allen, die viel draußen sind und sich gesundheitlich vor Wettereinflüssen schützen müssen, einen Überblick über die aktuelle Wetterlage und Infos zu den entsprechenden Arbeitsschutzmaßnahmen.

Das hilft aber nur, wenn die Beschäftigten auch bereit sind, sich zu schützen. Bei Kälte meist kein Problem, bei Sommerwetter hapert es allerdings oft mit der Motivation. Gebräunte Haut gilt als schön. Langfristig schädigt zu viel UV-Strahlung aber die Haut.

Das zeigt die preisgekrönte App „Sunface“, die der 27-jährige Arzt Dr. Titus Brinker vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) entwickelt hat. Sie zeigt anhand eines Selfies, wie das Gesicht in 5 oder auch 25 Jahren aussieht – in verschiedenen Varianten, je nach Sonneneinstrahlung. Auch das verhaltensabhängige Risiko für Hautkrebs wird berechnet.

Vielleicht können diese sehr direkten persönlichen Fakten helfen, das Problem bewusst zu machen – und beim Umgang mit der Sonne auch die eigene Gesundheit zu berücksichtigen.

Quellen
Unfallrisiko bei der Arbeit im vergangenen Jahr weiter gesunken – Unfallversicherung verzeichnete mehr Fälle von arbeitsbedingtem Hautkrebs. Pressemitteilung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), 16.7.2018

Der richtige Schutz für die Arbeit im Freien. Pressemitteilung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), 21.6.2018

Die erste App mit passenden Schutz-Maßnahmen zu wetterbedingten gesundheitlichen Gefährdungen ab 01.07.2018. Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau)

Dr. Titus Brinker erhält Young Research Award für digitale Idee zur Hautkrebsprävention. Pressemitteilung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg, 27.3.2018

DE/ENG/0001/18h, Aug18